SM Basel

Am vergangenen Samstag vermochte ich an den Schweizermeisterschaften alles andere als zu überzeugen. Ich fühlte mich von Anfang an schlecht und kam schlussendlich nicht über den 8. Rang hinaus. In einem eigentlich idealen Rennen hatte ich von Beginn an Mühe die Pace mitzulaufen. Ich bin enttäuscht mit meinem Rennen; trotzdem versuche ich daraus zu lernen und meine Hausaufgaben in den nächsten Tagen zu machen. Wahrscheinlich hat mich die ganze Reiserei zurück von Rio doch mehr in Anspruch genommen als zuerst gedacht.

Vor genau einer Woche bestritt ich meinen Vorlauf über 5‘000m an den Military World Games in Rio de Janeiro. Ich startete morgens um 10 Uhr in der zweiten von drei Serien. Die Hitze, der Smog in der Millionenstadt, der frühe Start am Morgen und die ausgesprochen starke Konkurrenz erschwerten die Aufgabe, mich für den Final zu qualifizieren. Trotzdem trat ich entschlossen an die Startlinie, denn ich wusste, dass ich in guter Form war. Die Zusammensetzung meines Vorlaufs war erste Sahne. Der Kenianer Mark Kiptoo war der klare Favorit; er brachte mit einer persönlichen Bestleistung von 12.53 die schnellste Zeit mit. Zudem lief er im Jahre 2010 die weltweit drittbeste Zeit über die 5‘000m. Neben ihm befanden sich mit dem Algerier Aboud Rabah, dem Franzosen Yohan Durand, dem Saudi Abdullah Joud, dem Marokkaner El Aziz Mustapha, dem Chinesen Ran Zhao und dem Kanadier Ryan McKenzie sechs weitere Läufer in meinem Lauf, die alle bereits deutlich unter 14 Minuten liefen. Ich war also Aussenseiter, was ich mir gegenüber nicht als Ausrede benutzte, sondern als Motivationsspritze. Für mich war es eine grosse Chance in einem derart starken Feld starten zu können.

Wie erwartet übernahm Kiptoo von Beginn an das Kommando und führte das Feld in langsamen 2.58 über den ersten Kilometer. Ich reihte mich in der Mitte des Feldes ein und lief locker mMein Vorlauf kurz nach dem Startschuss. Ich laufe an achter Position in rot, während Mark Kiptoo aus Kenia das Feld anführt.it. Der zweite und dritte Kilometer waren mit 2.52 und 2.51 schon schneller und viele Läufer im hinteren Teil des Feldes fielen ab. Ich lief bis zum dritten Kilometer relativ locker in der Spitzengruppe mit. Doch dann wurde vorne die Pace verschärft und ich musste die Gruppe ziehen lassen. So lief ich fast die gesamten letzten zwei Kilometer alleine. Ich beendete das Rennen, das vom Algerier Aboud in 14.05 gewonnen wurde, auf dem 9. Rang von 18. Gestarteten. Das reichte leider nicht zur Finalqualifikation. Im Ziel war ich enttäuscht; hatte ich mir doch einiges mehr vorgenommen. Trotzdem fiel ich vergleichsmässig nicht ab und es gelang mir stärker eingeschätzte Läufer zu schlagen. Ich hätte einen Exploit benötigt um in den Final einzuziehen; dieser gelang mir leider nicht. Der Zweitklassierte meines Vorlaufes, Mark Kiptoo, gewann am Samstag den Final in beeindruckenden 13.06. Alles in Allem nehme ich äusserst wertvolle Erfahrungen von meinem ersten Grossanlass auf der Bahn mit nach Hause und bin motivierter denn je in den nächsten Jahren so hart wie möglich an mir zu arbeiten, um ein Niveau zu erreichen, dass ich in Zukunft auch bei solch stark besetzten Feldern vorne mitmischen kann.

Während den anschliessenden Tagen nahm ich das Training sofort wieder auf und durfte zudem einige Sehenswürdigkeiten Rios bestaunen. Die Spiele endeten mit einer einmal mehr gigantischen Abschlussfeier und einem Abendessen im Olympischen Dorf.

Nun bereite ich mich auf die Schweizermeisterschaften vom nächsten Samstag in Basel vor, wo ich über 5‘000m starten werde.

Military World Games in Rio de Janeiro

Seit knapp vier Tagen befinde ich mich mit der schweizerischen Delegation in Rio de Janeiro an den Weltspielen der Militärpflichtigen. Das Klima ist alles andere als beständig, so reicht die Wetterpalette von tropischer Hitze bis hin zu kühlem Nebel. Auch der Smog dieser Millionenstadt belastet während den Trainingseinheiten zusätzlich. Trotzdem ist das Ambiente phänomenal und ich darf hier unzählige Erfahrungen machen, die von unschätzbarem Wert sind. In der Tat sind die Spiele hier in Rio mit Olympischen Spielen vergleichbar; so gab es eine riesige Eröffnungsfeier, wo Pelé das quasi-olympische Feuer entfachte und auch die sonstige Organisation ist tadellos. Einzig die langen Busfahrten zu den Wettkampfplätzen und die spärlichen Information lassen noch ein wenig zu wünschen übrig.

Alles in Allem überwiegen aber die positiven Seiten dieses Anlasses bei weitem und ich freue mich auf meinen Einsatz. So wie es aussieht, werde ich am Donnerstagmorgen die erste Runde über 5‘000m zu überstehen haben, dann stehen hoffentlich am Freitag die Halbfinalläufe an und am Samstag wird dann der Final stattfinden. Weitere Infos finden sich auf der offiziellen Homepage.

St. Moritz 2011

Für drei Wochen verschob ich auch dieses Jahr wieder mein Training ins wunderschöne Engadin. Dort konnte ich mit den besten Läufern des Landes, ja teilweise sogar der Welt, trainieren. Die Trainings waren hart, folgten aber dem Ziel hauptsächlich an der aeroben Basis zu arbeiten, was in der Höhe (St. Moritz befindet sich auf 1’822 m.ü.M.) sinnvoll ist. Nach anfänglichen Akklimatisationsproblemen kam ich je länger desto besser in Schuss und konnte vor allem gegen Ende des Trainingslagers sehr gute Belastungseinheiten absolvieren.

 

Nach drei Wochen in der Höhe nutzte ich die Möglichkeit direkt aus dem Trainingslager einen Wettkampf zu bestreiten. Ich reiste am Freitag 1. Juli direkt nach Belgien, wo ich über 3000m an den Start ging. Nach einem langsamen Start konnte ich aufdrehen und mit 8.26 eine neue Bestleistung auf der Unterdistanz realisieren. Alles in Allem glückten die drei Wochen St. Moritz also mehrheitlich.

Hello and welcome

Herzlich willkommen auf dem offiziellen Blog von Marcel Berni. Hier gibt es aussergewöhnliche News und Berichte aus dem Leben eines Schweizer Langstreckenläufers.